Wenn nicht jetzt - wann dann ?

Für den Ernstfall vorgesorgt durch Testament und Vorsorgeverfügungen in Zeiten der Corona-Pandemie

Viele Menschen kümmern sich nicht um ihre rechtliche Vorsorge für den Todesfall; immer noch haben rund dreiviertel der Deutschen kein Testament. Spätestens jetzt dürfte den meisten klar geworden sein, dass Vorsorge wichtig ist - gerade in Zeiten der Corona-Pandemie.

Gerade ältere Menschen haben aktuell Angst, sich trotz aller Vorkehrungen mit dem Coronavirus zu infizieren. Sie beschäftigt die Frage, was mit ihrem Vermögen passieren soll, wenn sie selber nicht mehr in der Lage sind, es zu verwalten. Noch wichtiger und drängender aber ist die Frage, wer sich um ihre persönlichen - insbesondere die persönlichen Belange kümmern soll, wenn sie selbst entscheidungs- bzw. handlungsunfähig sind. Hier ist es ratsam einen Spezialisten für Erbrecht, Vorsorgvollmacht , Betreuungsverfügung und Patientenverfügung zu Rate zu ziehen.

Im Notfall können sich Eheleute nicht einfach gegenseitig vertreten. Gleiches gilt für Kinder gegenüber Eltern. Hier wird dann vom Gericht ein Betreuer eingesetzt. Wer dies verhindern will, braucht eine Vorsorgevollmacht bzw. eine Betreuungsverfügung. Denn: Mit der Vorsorgevollmacht und einer Betreuungsverfügung kann der Betroffene frühzeitig eine Vertrauensperson bevollmächtigen und damit im Ernstfall eine Betreuung vermeiden.

Patientenverfügung: Eine Patientenverfügung ist letztlich ein Brief an den Arzt. Darin legt der Patient z.B. fest, wie er behandelt werden will, wenn eine künstliche Ernährung erforderlich wird. Problematisch ist, wenn Patientenverfügungen nicht klar verfasst sind. Aus diesem Grunde sollte eine Patientenverfügung nicht ohne rechtlichen Rat erstellt werden.

Testament: Mit dem Tod entsteht ohne Testament meist eine Erbengemeinschaft er nächsten Verwandten. Erbengemeinschaften sind sehr streitanfällig. Über ein Testament kann Streit zwischen den Erben vermieden werden. Um ein Testament eindeutig und klar zu informieren sind besondere Rechtskenntnisse erforderlich. Hier sollte immer ein Fachanwalt für Erbrecht aufgesucht werden.

Was für den „Privatmann“ gilt, betrachte ich als absolute Pflicht für den Unternehmer: Wer als Unternehmer tagtäglich Verantwortung für sein Unternehmen - oft das Lebenswerk -, Menschen und Material trägt, muss dringend Vorsorge treffen für den Fall, dass es selbst aufgrund Krankheit seinen unternehmerischen Verrichtungen nicht mehr selbst nachkommen kann. Neben den wirtschaftlich harten Zeiten ist das Unternehmen auch noch zahlreichen weiteren - unnötigen - Unwägbarkeiten und Risiken ausgesetzt, weil der Unternehmer in eigener Sache nicht hinreichend verantwortlich gehandelt hat …

Rechtsanwalt Christoph Roland Foos, LL.M.
Rechtsanwalt & Fachanwalt für Erbrecht - Magister der Verwaltungswissenschaften
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